Guideline

Onlineshop

1.Soll ich einen Online-Shop einrichten?

Um für sich zu ermitteln, ob sich ein Online-Shop für das eigene Geschäftsmodell lohnt, sollten zunächst einige wichtige Fragen geklärt werden. Zu Beginn sollten Sie sich über die Vor- und Nachteile eines Online-Shops im Klaren sein. Im Gegensatz zum Verkauf Ihrer Produkte über eBay oder Amazon, fallen bei Ihrem eigenen Online-Shop keine Provisionen für die jeweilige Plattform an. Zwar müssen Sie Hostingkosten und die Gebühren der Zahlungsanbieter einplanen, doch langfristig dürfte beides günstiger sein als die Abgaben für Provisionen. Außerdem stehen Ihnen im Gegensatz zu eBay & Co. bei Ihrer eigenen Website Kundeninformationen potentiell zur Verfügung, falls Ihre Kunden diese bereitstellen. Dadurch ist die Bindung von (Stamm-) kunden deutlich einfacher. Allerdings gibt es eine ganze Reihe möglicher Nachteile eines Online-Shops, derer Sie sich bewusst sein sollten.
Viele Online-Shops scheitern oder werfen wenig Gewinn ab. Das liegt daran, dass Sie im Internet viele und mitunter große Mitbewerber haben. Laut Statista machte allein Amazon mehr Umsatz als die 10 größten deutschen Online-Shops zusammen. Daher sollten Sie sich genaue Gedanken über die Finanzierung und potentiellen Umsätze machen. Tipps dafür finden Sie im Folgenden.

2. Konzeption eines Online-Shops

Als erstes sollten Sie ermitteln, wie groß die Nachfrage ist, die für Ihr Produkt oder Ihren Service besteht. Dafür eignen sich Programme, die erfassen wie oft nach einem bestimmten Suchbegriff gesucht wird. Google Keyword Planner, KWFinder und Ahrefs bieten solche Dienste an. Abgesehen von dieser Nachfrage-Analyse ist es selbstverständlich auch möglich durch geschickte Werbung und Produktplatzierung oder einfach eine zündende Idee, Nachfrage zu generieren. Ein erfolgreicher Balance-Akt zwischen ausreichend Nachfrage und genügend Nische, gibt Ihrem Vorhaben eine gute Basis. Wichtig dabei ist jedoch vor allem, was Sie und Ihr Produkt von anderen unterscheidet und warum potentielle Kunden gerade bei Ihnen kaufen sollten (Unique Selling Proposition). Wie Sie Ihren Service so konzipieren, dass das funktioniert, steht hier. Wichtig ist dabei vor allem, dass Sie mit Ihrem Online-Shop etwas besser machen als die Konkurrenz – seien es der Kundenservice, die Lieferung, der Auftritt, das Marketing oder die Produkte selbst. Diese und weitere Fragen sollten Sie vor der Erstellung des Online-Shops in einem Businessplan beantworten. Neben den vorigen Fragen, muss vor allem geklärt werden, wie sich der Wettbewerb mit anderen Anbietern gestaltet und ausführlich beschrieben sein, wie Neukunden durch gutes Marketing erreicht werden können. Eine ausführliche Beschreibung eines guten Businessplans für einen Onlineshop finden Sie hier oder hier. Sie können sich selbstverständlich auch Hilfe bei der Planung, Konzeption und Erstellung des Shops durch Agenturen holen. Wie bereits angesprochen, sollten Sie die einmaligen sowie laufenden Kosten eines Online-Shops ebenfalls einplanen. Das geht am besten mit einem durchdachten Finanzierungsmodell, bei dem Sie sich fragen, welches Shopsystem Sie benutzen möchten und welche Kosten durch Lizenzen, Zahlungssystem und Marketing anfallen. Hier finden Sie nähere Informationen zu den Kosten eines Online-Shops. 

3. Wie kann ich einen Online-Shop einrichten?

Sollten Sie sich dafür entschieden haben, einen Online-Shop zu gründen, sollten Sie sich Gedanken über die Größe und Komplexität des Geschäfts machen. Davon hängt ab, wie lange die Fertigstellung des Online-Shops dauert, wie hoch die Kosten sind und welche Anbieter Sie in Erwägung ziehen sollten. Je nach Modell kann die Zeit zwischen wenigen Tagen und mehreren Monaten liegen und können die Kosten zwischen 10 Euro pro Monat und hunderten Euro im Monat betragen. Dies steht und fällt meistens mit dem Shopsystem, das Sie wählen. Während zum Beispiel “Jimdo” und “Wix” für kleinere Shops geeignet sind, haben beispielsweise “1&1 E-Shops” und “Shopify” Angebote für mittlere Größen. Ist die Komplexität Ihres Shops allerdings hoch, greifen Sie lieber auf “PrestaShop”, “Magento” und “WooCommerce” zurück.  Diese Übersicht kann Ihnen dabei helfen, wie Sie sich zwischen der Vielzahl der Anbieter entscheiden und zeigen, welche Vor- und Nachteile die einzelnen Angebote haben. Einen tiefergehenden und kritischeren Vergleich der verschiedenen Shopsysteme finden Sie hier. Haben Sie sich für ein Shopsystem entschieden, sollten Sie sich über die Logistik Gedanken machen. Dabei ist “Dropshipping” eine Methode, die es ermöglicht, Versand und gegebenenfalls Retouren durch einen Drittanbieter abwickeln zu lassen. Das kann Vor- und Nachteile haben, wie hier beschrieben wird.

4. Worauf muss ich dabei achten?

Neben diesen eher allgemeinen Fragen ist es wichtig, auf die Konzeption von Detailfragen zu achten. Dazu gehören die Berücksichtigung von Shopfunktionen wie Bezahlart, Versand, Buchhaltung, Warenimport- und export, Kundeninteraktion durch Online-Accounts, Kundenservice und -betreuung und IT-Sicherheit.  Gute Produktfotos und -beschreibungen sind essentiell für einen professionellen Auftritt des Shops; ebenso eine übersichtliche und sinnvolle Strukturierung. Prinzipiell muss man zum rechtssicheren Betreiben eines Online-Shops ein Gewerbe anmelden, am einfachsten als Einzelunternehmen. Allerdings ist es ratsam, zunächst die Geschäftsidee auszuprobieren und nach einigen ersten Bestellungen den Steuerberater heranzuziehen. Solange man auf Punkte wie Impressum, Angabe der Bruttopreise, Widerrufsrecht und AGBs, Datenschutzerklärung, Bestellbestätigung, ausgewiesene Bestell-Buttons und Regeln des E-Mail Marketings achtet, ist der Shop in der Regel rechtssicher. Sollten Sie sich dennoch unsicher sein, finden sie ausführliche Informationen hier oder bei einer professionellen Rechtsberatung. Beachten Sie, dass sich die Rechtslage öfters ändern kann und Sie sich regelmäßig neu informieren sollten.

5. Wie betreibe ich einen Online-Shop?

Wenn Sie einen Online-Shop ernsthaft betreiben wollen, müssen Sie mit Zeit und Geld ständig in ihn investieren. Diese Arbeit sollten Sie nicht unterschätzen, solange Sie allerdings priorisieren und Probleme intensiv angehen, können Sie Erfolg haben. Dabei ist neben dem Aufwand für Marketing und die Kundenbetreuung durch Service, Social Media oder Newsletter auch die Trafficgenerierung zu nennen. Letzteres können Sie vor allem durch Suchmaschinenoptimierung (kurz: SEO), soziale Medien, Newsletter und bezahlte Werbung erreichen. Um den Erfolg Ihrer Marketingstrategien zu überprüfen, können Sie Online-Instrumente zur Messung und Analyse aller Besuchsvorgänge auf Ihrer Website nutzen. Dazu gehören u.a. Google Analytics, Google Search Console und Yandex Metrica. Falls Sie sich für ein ausgiebig beschriebenes Beispiel einer Shopgründung und -betreibung interessieren, könnte dies hier für Sie spannend sein. Unkonventionelle, kreative, aber wichtige Möglichkeiten, einen Shop zu eröffnen, finden Sie hier